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A bis Z für Patienten
Augenlidoperationen
1. Oberlidkorrektur:
Die Oberlidkorrektur ist eine relativ einfache
Korrektur. Sie dauert pro Seite etwa
20 Minuten und wird in der Regel in örtlicher Betäubung
durchgeführt. Die Wunde selbst wird mit einem
hautfarbenen Pflaster verschlossen, was
zusammen mit den Fäden am vierten bis sechsten
Tag entfernt wird. Die Blutergüsse dauern in
der Regel sieben bis zehn Tage und sind
unterschiedlich stark ausgeprägt.
Eine Sonnenbrille kann sie recht gut
kaschieren. Ein bis zwei Tage nach Entfernen
der Fäden ist
es wieder möglich, Make-up aufzutragen.
2. Unterlidoperationen:
Die Unterlidkorrektur ist relativ komplex,
da hier die Muskulatur durch die Schwerkraft in die
Länge gezogen wird, und man immer die Muskulatur
mit straffen muß. Falls nötig, müssen
Tränensäcke mit entfernt werden, was zu
größeren Blutergüssen führen
kann. Die Raffung des Muskels am äußeren
Lidrand wird mit auflösbarem Faden durchgeführt,
dieser ist manchmal einige Wochen bis
Monate zu tasten. Insgesamt dauert der
Heilungsprozeß etwa zwei bis drei Wochen. Bei
allen Operationen im Gesicht muß ausgiebig
gekühlt werden. Dies geschieht am besten durch
sogenannte Cold Packs. Alternativ reicht
auch ein Waschlappen, der leicht angefeuchtet
im Kühlschrank
aufbewahrt wird, oder in dünne Scheiben geschnittener
Tofu aus dem Kühlschrank.
Alkohol
Alkohol erweitert die Gefäße und führt
zu vermehrten Blutergüssen. Er sollte daher unmittelbar
vor der Operation und in den ersten Tagen danach
gemieden werden.
Blutergüsse
Blutergüsse kommen bei jeder Operation vor und
verschwinden in der Regel spontan ohne weiteres Zutun.
Lediglich punktuelle Blutergüsse mit Verflüssigung
des Blutes müssen punktiert oder anderweitig abgelassen
werden.
Camouflage
So wird die professionelle Schmink-Technik genannt, um
Hautanomalien wie Feuermale und Pigmentflecken, aber auch nicht weiter
behandelbare Narben oder Akne abzudecken. Die Camouflage ist leicht zu
entfernen, es gibt sie sowohl wasserfest als auch speziell auf den Allergiker
zugeschnitten.
Couperose
So werden die kleinen lästigen, an Besenreiser
der Beine erinnernde Äderchen im Gesichtsbereich
genannt. Ihre Behandlung erfolgt entweder ähnlich
wie die der Besenreiser an den Beinen durch Verödung
mit einem Alkohol, der in sie hineingespritzt
wird oder alternativ mit dem Laser oder auch radiochirurgisch.
Dermabrasion
Die Dermabrasion ist die Abtragung der obersten
Hautschicht. Da die Haut schichtweise
in Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut
gegliedert ist, kann mit entsprechend
feinen Diamantschleifstücken
die Haut kontrolliert geschliffen werden,
ohne dass neue
Narben entstehen. So können Unebenheiten der
Hautoberfläche, die z.B. von kleinen Fältchen
im Mundbereich oder von Narben herrühren, geglättet
werden. Prinzipiell ist der Effekt identisch
mit dem des Lasers oder des chemischen
Peelings. Die Dermabrasion hat lediglich
den Vorteil, dass die Übergänge
bei entsprechender Erfahrung wesentlich
fließender
und situationsgerechter erfolgen können als
es mit den technischen Methoden des Lasers
möglich
ist.
Dermaroller / Mikronadelung
Eindeutig geht der Trend zu natürlichen, naturidentischen oder zumindest
biologisch adaptierten Techniken (Botox). Momentan in
vielversprechender Erprobung findet sich der Dermaroller.
Bei dem Dermaroller handelt es sich um eine kleine Hautwalze,
die mit 192 Mikro-Nadeln besetzt ist. Diese sind so fein,
dass eine Verletzung der tieferen Hautschichten ausgeschlossen
ist. Lediglich die oberste Hautschicht wird feinst durchbohrt.
Der Organismus reagiert auf die winzigen Verletzungen mit der Ausschüttung
von Keratinozyten, Kollagen und anderen Wachstumsfaktoren.
Dies ist ein ganz normaler physiologischer Vorgang, man
bezeichnet ihn als "natürliche
Kollagen-Induktion".
Ein bis zwei Tage nach dem "Nadeln" sprossen Keratinozyten ein
und beginnen mit der Kollagenproduktion vom Typ I und
III, die rund eine Woche später ihren Höhepunkt erreicht hat.
Das Kollagen formiert sich auf der Dermis und unter der
Basalschicht der Epidermis. Im Verlauf der nächsten Monate verändert
sich das Kollagen vom Typ III zum Typ I, was wiederum
in einer höheren
Festigkeit und Elastizität
der Kollagenfasern resultiert. Ein Nadelstich als solcher
ist sicher kaum erwähnenswert. Ganz anders verhält es sich aber,
wenn sich eine Vielzahl von kleinen Stichen aneinander
reihen. Die Formation der einzelnen neuen Kollagenfasern
verbindet sich (wird konfluent) und bildet eine neue
Gewebsschicht auf der Dermis. Gegenüber
den Peelingmethoden und dem Laser hat die Behandlung
mit dem CIT-Dermaroller einen unbestreitbaren Vorteil:
Die Epidermis, der natürliche Schutzwall
der Haut gegen äußere
Einflüsse, bleibt erhalten. Dadurch entfallen so gut wie alle bekannten
Nebenwirkungen und Risiken des Säure-Peelings oder der Laserbehandlung.
Ob allerdings tatsächlich neue elastische Fasern aufgebaut werden,
ist Gegenstand einer momentan laufenden kontrollierten Studie.
Duschen und Baden
Duschen, auch mit Seifen, sofern sie keine ätherischen Öle
als Duftessenz enthalten, ist prinzipiell ab
dem zweiten Tag nach der Operation erlaubt. Die Angst
vor Wundinfektion ist bei der heutigen Wasserqualität
und der Verwendung von Seife nicht mehr begründet.
Nur das Baden oder zu hohe Temperaturen sind zu vermeiden,
da dies zum Aufquellen der Haut auch im Nahtbereich
führt.
Facelifting
Die Entwicklung der Gesichtsstraffung ist eng mit dem
Fortschritt verknüpft, den man in der funktionellen Anatomie gemacht
hat. In den letzten Jahren hat man gelernt, unterschiedliche
Gewebeschichten im Gesicht unterschiedlichen Alterungsprozessen und Faltenstrukturen
zuzuordnen. Je nach Ausmaß und Typ der Gesichtsalterung kommen hier
verschiedene Operationstechniken zur Anwendung, die im Einzelfall besprochen
werden müssen.
Allen Techniken gemeinsam ist der Schnitt um das Ohrläppchen herum
und hinter dem Ohr. Die Operation dauert etwa drei Stunden.
Es ist mit recht deutlichen Schwellungen über zwei bis fünf Tage
zu rechnen. Vier Wochen lang sind sie rekonvaleszent und sollten Sauna,
Höhensonne
oder starke sportliche Anstrengungen meiden. Auch danach
ist im ersten Jahr eine Sonnenschutzcreme mit mindestens
Faktor 30 anzuwenden. Die Narbenreifung dauert im Schnitt acht bis zehn
Wochen, bis zur endgültigen Reifung vergeht
jedoch ein Jahr.
Fettabsaugung
Die Liposuktion oder Fettabsaugung ist wahrscheinlich
die am häufigsten durchgeführte plastisch-chirurgische
Operation. Möglich wurde dies durch die Entwicklung
dünnerer Kanülen. Während früher
noch mit etwa 1 cm dicken Kanülen gesaugt wurde,
sind heute die gängigen Volumina um die 3 mm.
Eine zuvor eingespritze Flüssigkeit aus Kochsalzlösung,
lokalem Betäubungsmittel, Bicarbonat und Adrenalin
lassen die Fettzellen aufquellen und
sich teilweise verflüssigen, so dass sie durch
die kleinen 3-mm-Kanülen abgesaugt werden können.
Durchschnittliche reine Fettabsaugungen
liegen bei etwa 250 bis 300 ccm ohne
Einberechnung des Wassergehalts. Am besten läßt
sich dies mit einem Halben-Pfund-Butterpäckchen
vergleichen. Bei größeren Volumina der
zugeführten so genannten Tumeszenzlösung
wird der Kreislauf aufgrund der Wasserbelastung
durch den Narkosearzt überwacht. Im postoperativen
Verlauf ist das Tragen einer Miederhose über
insgesamt sechs Wochen Tag und Nacht
absolut wichtig, da die Haut durch die
herausgesaugten Fettzellen teilweise
von der Muskulatur abgelöst
ist. Falls das Mieder nicht korrekt getragen
wird, wächst
sie uneben an die Muskulatur an, was
zu unschöner
Dellenbildung führt. Das Mieder soll nirgends
schnüren, durch Sitzen oder darüberliegende
Kleidung dürfen keine Druckstellen auf die abgesaugten
Areale entstehen. Die Fettabsaugung wird
vom Organismus sehr gut vertragen, in
aller Regel kann man am nächsten
oder übernächsten Tag schon wieder seiner
normalen Arbeit nachgehen, sollte jedoch
schwere Kreislaufanstrengungen oder Sauna
in den ersten sechs Wochen vermeiden.
Fliegen
Die Druckunterschiede beim Fliegen sind für die Wundheilung nicht
günstig und sollten in den ersten zwei Wochen nach Operationen vermieden
werden. Danach bestehen keinerlei Einschränkungen, auch nicht, wenn
sie Implantate jeglicher Art in sich tragen.
Geduld
Der Name "Patient" kommt aus dem lateinischen
patientia (die Geduld) und soll auf
die Notwendigkeit hinweisen, dass jede
Heilung ihre Zeit braucht.
Gefühl
Das nach Gesichtsoperationen etwas taube Gefühl im Narbenbereich
und insbesondere auch am Ohrläppchen ist völlig normal und
kann sehr lange dauern. Hier ist Ihre Geduld gefragt.
Gips
In der plastischen Chirurgie kommen Gipse insbesondere
bei Nasenoperationen in den ersten Tagen zur Anwendung. Zunehmend werden
jedoch thermoplastische Kunststoffe zur Ruhigstellung und Formung verwendet,
da diese gewaschen werden können und wesentlich hygienischer sind.
Hämatome
siehe Blutergüsse
Haare
Das Waschen der Haare ist, wie auch das Duschen,
ab dem zweiten Tag erlaubt. Sie sollten lediglich einen Tag nach Entfernen
der Fäden pausieren, da hier die Wunden an den Fadenecken stellenweise
wieder durchlässig sind.
Haartransplantation
Die Haartransplantation, die früher durch Ausstanzen der Haare im
Hinterkopfbereich und Einpflanzen in entsprechende ausgestanzte
Löcher
im vorderen Bereich der ausgefallenen Haare durchgeführt wurde, wird
neuerdings als so genannte Schlitz- oder Minigrafts ausgeführt, weil
hier beim Nichtanwachsen keine sichtbare Narbe resultiert.
Es werden in der Regel kleine Bündel aus drei bis fünf Haarwurzeln
in einem kleinen Schlitz verpflanzt. Von diesen drei bis fünf wachsen
dann mindestens zwei pro Schlitz an. Dies ist absolute Handarbeit, die
Haarwurzeln werden zu den Dreierbündeln unter Sicht eines Brillenmikroskops
zerlegt, das Ganze dauert relativ lang, nämlich einige Stunden. Die
Haare an den Hinterkopfentnahmestellen sind nicht hormongesteuert und werden
daher, einmal angewachsen, auch nicht wieder ausfallen.
Implantate
Implantate sind Fremdkörper. Sie haben alle unterschiedliche
Vor- und Nachteile, weshalb in letzter Zeit zunehmend
nach körpereigenem Ersatz gesucht wird. Insbesondere
die Eigenfettbehandlung hat hier große Fortschritte
erzielt. Nur ist die Größe der verpflanzten
Fettzellen problematisch, da ausreichend ortsständige
Durchblutung vorhanden sein muss, um das verpflanzte
Areal zu ernähren. Fremdmaterialimplantate sind
synthetisch hergestellte oder synthetisch veränderte
Eiweißbausteine (Kollagen, Valoronsäure,
Artekoll), die gezielt in kleinen Mengen dem
Zellaufbau oder dem Aufbau der Zwischenzellsubstanz
dienen.
Interplast
INTERPLAST-Germany
e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, dessen
deutscher Ableger vom Lehrmeister von Dr. Schwarz,
Prof. Lemperle, gegründet wurde. Der Vereiner
hat die Verbreitung und ehrenamtliche Lehroperation
in Ländern
der "Dritten
Welt" zur
Aufgabe. Sein Motto lautet: "Es ist nicht unser
Verdienst, in einer Welt des Wohlstandes und
der optimalen medizinischen Versorgung geboren
worden zu sein. Es ist nicht deren Schuld, mit
einer Fehlbildung oder Verbrennungsfolgen in
einem Entwicklungsland aufzuwachsen, in dem es
für
die Armen keine Möglichkeit
der plastischen Chirurgie gibt. Lasst uns deshalb
die Ungerechtigkeit der Natur ausgleichen - soweit
es in unserer Macht steht." Nach dem erfolgreichen
Einsatz in der Tsunami-Region Südindien steht
für
2006 ein Einsatz in Nepal an. Ebenso hospitiert
ein Chefarzt aus Tamil-Nadu, Dr. Jayalal, im
Juli/August in unserer Praxisklinik.
Kinnimplantate
Diese Implantate bestehen aus angerauhtem Hartsilicon,
das durch die rauhe Oberfläche eine feste Verbindung mit dem Körpergewebe
eingeht und durch die jahrelange Erfahrung
zum Beispiel bei Herzschrittmachern gut verträglich ist.
Kopftuch
Insbesondere beim Facelifting ist ein schickes
Kopftuch zusammen mit einer Sonnenbrille
ein ideales Mittel, um die Schwellungen und Blutergüsse der ersten
Woche zu verbergen.
Laser
Laser ist zu einem Modewort geworden. Rein physikalisch
handelt es sich um Licht einer einzelnen Frequenz (Farbe) von sehr
hoher gebündelter Energie. Er bewirkt lediglich eine ganz lokalisierte
Gewebezerstörung, wobei je nach der Farbe des Lasers unterschiedliche
Gewebetypen unterschiedlich stark empfänglich sind. Bewährt
hat sich vor allem der CO2-Laser zum Abtragen der obersten Hautschichten
und die gasförmigen Laser (Argon und Crypton), um farbveränderte
Hautareale (Couperosis, Pigmentmale) zu behandeln. Allerdings gibt
es für jedes Verfahren auch ein konventionelles Mittel, das bei
entsprechender Erfahrung gleich gute Erfolge bringt.
Make-up
Schon 24 Stunden nach Entfernen der Fäden kann auch im Narbenbereich
ein Make-up aufgetragen werden.
Nasenoperationen
Die Nase ist wohl das prominenteste und am stärksten den Charakter
prägende Organ des Gesichtes. Eine Veränderung der Nase hat
entsprechend großen Auswirkungen auf die Ausstrahlung als Ganzes.
Nach der Nasenoperation sind insbesondere die Tamponaden in der Nase
sehr unangenehm, weil das Atmen nur durch den Mund möglich ist.
Der Gips auf der Nase in der ersten Woche, bis zur dritten Woche dann
die Kunststoffschiene, stören in der Regel nicht weiter. Da die
Nase insgesamt ein sehr komplexes Organ ist, das aus Knochen, Knorpel,
bindegewebigem Stützapparat und Haut besteht, dauert die endgültige
Formfindung der Nase mindestens drei bis sechs
Monate.
Ohranlegeplastik
Das Ohr besteht aus Knorpel und erhält seine spezielle Form durch
mehrere hintereinander gelegene Faltungen dieses Knorpels. Die frühere
Operationsmethode des Durchtrennens und wieder Zusammennähens des
Knorpels hatte daher recht unansehnliche, künstlich wirkende Effekte.
Das beste Verfahren, zumindest was die Form betrifft, besteht daher in
der Neufaltung und Halten dieser neuen Faltung durch einzelne Nähte.
Selten einmal kann es, wenn der Knorpel sehr elastisch ist, zu neuerlichem
Abstehen durch Ausreißen der Fäden kommen.
Rauchen
Während der Heilungs- und Regenerationsphase nicht zu empfehlen,
da Nikotin die Blutgefäße verengt und daher durch die verminderte
Durchblutung die Heilungsvorgänge langsamer ablaufen.
Sauna
Die feuchte Hitze führt zu einer starken Aufquellung der obersten
Hautschichten und sollte erst bei völligem Abklingen der Schwellungen
durchgeführt werden.
Wangenimplantate
Die Stellung der Jochbeine ist für das Profil und die Konturen des
Gesichtes wichtig. Wenn die Jochbeine zu gering
ausgeprägt sind,
können sie mit anatomisch angepassten, individuell zugeschnittenen
Implantaten, die über den Mund eingebracht werden, vergrößert
werden.
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